Mittwoch, 10. August 2016

Bisse de Lens - von Icogne zur Schöpfe und zurück




Informationen zur Grand Bisse de Lens
Fassung an der Liènne auf 1110 m.ü.M.
Länge bis Chermignon 13.7 km
komplett wasserführend
Baujahr 1448 - 1450
Wege grösstenteils begehbar
Bewässerte Zonen: Icogne / Lens / Chermignon

Für die geplante Diaschau "Bissen im Tal der Liènne" fehlten mir Fotos vom schwierigen ersten Teil der Bisse de Lens. Ich war deshalb froh, dass ich einen sehr kompetenten Begleiter hatte, Johannes Gerber, Autor des Buches "Wandern an sagenhaften Suonen", Mitautor des Standardwerkes "Walliser Suonen".

Die Bisse Lens ist in mehrfacher Hinsicht sensationell. Da ist einmal die extrem kurze Bauzeit. 1442 verpflichtete sich der Prior von Lens, in zwei Jahren diese gross dimensionierte Suon zu bauen. Und er schaffte es von 1448 bis 1450. Sensationell ist natürlich ganz besonders das schwindelerregende Teilstück, das wir heute begehen.

Wegen Zugverspätungen konnten wir in Icogne erst nach 11 Uhr starten. Es zeigte sich, dass dies ideal war. Die Schlucht der Liènne liegt sehr lang im Schatten. Gleich zu Beginn schien die Sonne.



Zu Beginn wechseln kurze felsige Stellen mit gemütlichen Waldpassagen. Noch ist es offiziell noch kein Bergweg, jedoch schon recht ausgesetzt.




 Was sofort auffällt: im Unterschied zu anderen historischen Bissen wie dem Niwärch oder der Bisse du Ro führt die Bisse de Lens sehr viel Wasser. Das Wasser ist hier nicht nur Dekoration für die Wanderer!
 Ängstliche T1-Spaziergänger bekommen da vermutlich schon ein Problem.
Ein Rechen kurz vor der Abzweigung nach Plans Mayen
 Der Blick öffnet sich Richtung Tseuzier. Natürlich darf man auch hinunterblicken, hinunter in die Schlucht der Liènne.

 Nun folgen die fast senkrechten Felsen. Für die Bisse wurde ein Band verbreitert und eine Mauer aufgebaut. Rechtwinklige Eisen tragen zwei Bretter - ein idealer Hüterweg, dank den soliden Seilen.
Immer wieder sind steile Schuttrinnen zu passieren. Insbesondere bei Regenwetter ist die Steinschlaggefahr zu beachten!
 An der Art, wie Johannes über die Bretter tänzelt, sieht man, dass dies nicht sein erster Gang auf Bissen ist ...

Wie wir unterwegs erfahren, sind auch hier gelegentlich Biker unterwegs. Vielleicht steigen sie ja hier ab ...



Nach Gewittern ist an solchen Stellen der Hüterweg mit Schutt bedeckt. Die Rinnen führen in der Falllinie direkt hinunter in die Schlucht. Im Frühsommer, wenn der Weg noch nicht hergerichtet ist, ist ein Pickel nützlich.
Wir nähern uns der Stelle, wo wir zur Liènne absteigen können. Bis hier bin ich im Jahr 2010 vorgedrungen.
 Hier verlassen wir die Bisse ...
 ... ein Stollen führt Richtung Schöpfe.

Wir sehen die Brücke, die bei Les Barmes die Schlucht überquert. An der engsten Stelle sieht man unten im Bachbett eine Mauer. Dort wird das Wasser gefasst. Johannes dringt weglos bis zu dieser Stelle vor.



Eigentlich könnte man auf einem sehr steilen und rutschigen Pfad nach Les Barmes aufsteigen. Wir wandern jedoch auf dem Hüterweg zurück nach Icogne. Dies hat den Vorteil, dass man ganz neue Blickwinkel hat. Auf den schmalen Brettern kann man sich ja nicht nach Belieben drehen. Bei der kleinen Schutz- und Materialhütte für den Wasserhüter rasten wir. 



Der Weg zurück ist natürlich auch spannend - und wir sehen sogar noch eine Blindschleiche.




Auf dem Hinweg habe ich diese interessante Versteinerung nicht gesehen.




Kurz vor Icogne ein Blick hinunter in die Schlucht. Der Werkhof für den Bau der Bisse de Lens war wahrscheinlich etwas kleiner ...

Zum Schluss ein Blick auf das Wanderwegnetz. Es muss aber ausdrücklich gesagt werden: Die Wege an der Bisse de Lens sind nur für schwindelfreie und trittsichere Wanderer!

Kommentare:

  1. ich wusste gar nicht, dass es soo viele unterschiedliche suonen gibt...ich bin im moment in der trifthütte als hüttengehülfin!
    lg
    christine

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    1. Im Inventar von Johannes Gerber gibt es 600 Suonen! In der nächsten Zeit bin ich wieder in Lappland unterwegs und wünsche dir eine hoffentlich nicht zu stressige Zeit als Hüttengehülfin.
      lg
      Peter

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    2. Im Inventar von Johannes Gerber gibt es 600 Suonen! In der nächsten Zeit bin ich wieder in Lappland unterwegs und wünsche dir eine hoffentlich nicht zu stressige Zeit als Hüttengehülfin.
      lg
      Peter

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